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Der A10-Algorithmus im Detail: So entsteht das Amazon Ranking

Wer auf Amazon verkauft, kämpft um die erste Suchergebnisseite. Welche Produkte dort stehen, entscheidet der Amazon Algorithmus, in der Seller-Szene meist A10 genannt. Er bewertet in Sekundenbruchteilen, welches Listing zur Suchanfrage passt, welches Kunden wahrscheinlich kaufen und welches Amazon zuverlässig liefern kann.
In diesem Beitrag schauen wir uns den Algorithmus im Detail an: was hinter dem Namen A10 steckt, welche Rankingfaktoren belegt sind, wo Mythen kursieren und wie KI-Systeme wie COSMO und Rufus die Suche verändern.
Der Amazon Algorithmus A10 im Detail: Cover-Grafik zu Amazon Ranking und Rankingfaktoren

Was hinter dem Suchalgorithmus A10 steckt

Der Name A9 geht auf A9.com zurück, eine Amazon-Tochter, die ab 2004 Suchtechnologie entwickelte. Lange galt A9 deshalb als Synonym für die Produktsuche auf Amazon.
„A10“ ist dagegen kein offizieller Begriff. Amazon hat nie einen Nachfolger unter diesem Namen angekündigt. Gemeint sind die vielen Anpassungen der letzten Jahre, die Seller und Agenturen in ihren Daten beobachten. Für Dich als Marke ist der Name zweitrangig. Wichtig ist, nach welchen Signalen der Amazon Algorithmus heute sortiert. Eine Kurzdefinition findest Du in unserem Lexikon unter A10‒Algorithmus.
Das Ziel des Systems ist klar: Der Amazon Algorithmus soll Kunden das Produkt zeigen, das sie für ihre Suche am wahrscheinlichsten kaufen und behalten. Fast jedes Signal lässt sich auf diese Frage zurückführen. Wie Amazon SEO insgesamt funktioniert, erklärt unser Beitrag Amazon SEO: Sichtbarkeit und Ranking steigern.

Von A9 zu A10: Was sich am Amazon Ranking verändert hat

Früher galt: Wer das Keyword im Titel hat und viel verkauft, rankt. Im Kern stimmt das noch, das Amazon Ranking ist aber deutlich differenzierter geworden. In der Praxis sehen wir vier Verschiebungen:
  • Performance pro Suchbegriff: Amazon bewertet, wie gut ein Listing für eine konkrete Suche abschneidet, nicht nur, wie gut es sich insgesamt verkauft.
  • Mehr Gewicht auf Kundenzufriedenheit: Bewertungen, Retouren und Kundenfragen spielen eine größere Rolle.
  • Kontext statt exakter Wortübereinstimmung: Die Suche versteht Synonyme, Anlässe und Zielgruppen besser.
  • Strengere Listing-Regeln: Die schrittweise Begrenzung von Produkttiteln auf 75 Zeichen zwingt zu präziseren Formulierungen.
Wichtig ist eine Abgrenzung: Der Bestseller-Rang ist nicht dasselbe wie das Amazon Ranking in der Suche. Der BSR zeigt laut Amazon, wie gut sich ein Produkt im Vergleich zu anderen in seiner Kategorie verkauft, und gewichtet aktuelle Verkäufe stärker. Er ist ein Indikator, kein Rankingfaktor. Mehr dazu im Lexikon unter Bestseller‒Rang (BSR).

Die Amazon Rankingfaktoren im Überblick

Amazon veröffentlicht keine Gewichtung. Was bekannt ist, stammt aus Amazons eigenen Seller-Leitfäden, aus Forschungsarbeiten und aus Tests in Kundenkonten. Die Amazon Rankingfaktoren lassen sich in drei Ebenen ordnen:
  1. Relevanz: Passt das Produkt zur Suchanfrage? Grundlage sind Titel, Bullet Points, Beschreibung, Attribute und Backend-Suchbegriffe.
  2. Performance: Klicken und kaufen Kunden das Produkt für diese Suche? Dazu zählen Klickrate, Conversion Rate und Verkaufsgeschwindigkeit.
  3. Angebot: Kann Amazon das Produkt zuverlässig und zu einem fairen Preis liefern? Hier zählen Preis, Buy Box, Lagerbestand und Versandart.
Die Reihenfolge ist kein Zufall. Ohne Relevanz erscheint ein Produkt gar nicht erst. Ohne Performance bleibt es auf den hinteren Seiten. Und ohne verlässliches Angebot verliert es Sichtbarkeit, selbst wenn die ersten beiden Ebenen stimmen. Wer die Amazon Rankingfaktoren isoliert optimiert, zum Beispiel nur Keywords, verschenkt deshalb Potenzial.

Relevanz: Wie der Algorithmus Dein Listing liest

Relevanz ist die Eintrittskarte. Der Amazon Algorithmus ordnet Dein Produkt nur Suchbegriffen zu, die er im Listing findet oder über den Kontext erschließen kann. Die wichtigsten Felder:
  • Titel: das stärkste Relevanzsignal. Die Kernbegriffe gehören nach vorn.
  • Bullet Points: Platz für Nutzen, Anwendungen und weitere Suchbegriffe in natürlicher Sprache.
  • Backend-Suchbegriffe: Synonyme und Varianten, die im sichtbaren Text keinen Platz haben. Mehr dazu unter Backend‒Keywords.
  • Attribute und Kategorie: Material, Größe oder Farbe steuern, in welchen Filtern Dein Produkt auftaucht.
Welche Begriffe Du priorisierst, entscheidet die Amazon Keyword‒Recherche. Ein häufiger Fehler: Keywords werden einmal gesetzt und nie wieder geprüft. Teste die Indexierung regelmäßig, indem Du im Amazon-Suchfeld Deine ASIN zusammen mit dem Suchbegriff eingibst. Erscheint Dein Produkt, ist der Begriff zugeordnet.

Performance: Klickrate, Conversion und Verkaufsgeschwindigkeit

Ist ein Produkt relevant, entscheidet die Performance über die Position. Amazon misst, wie oft Kunden nach einer bestimmten Suche auf Dein Produkt klicken und wie oft sie danach kaufen.
  • Klickrate: Hauptbild, Titel, Preis, Anzahl der Bewertungen und Prime-Badge bestimmen, ob Kunden in der Suche klicken. Mehr dazu unter CTR.
  • Conversion Rate: Bilder, Bullet Points, A+ Content und Bewertungen entscheiden, ob aus dem Klick ein Kauf wird. Mehr dazu unter Conversion Rate.
  • Verkaufsgeschwindigkeit: Viele Verkäufe über einen Suchbegriff in kurzer Zeit zeigen Amazon, dass das Produkt zur Suche passt.
  • Kundenzufriedenheit: Hohe Retourenquoten, negative Bewertungen und offene Kundenfragen bremsen. Wie Du gegensteuerst, zeigt unser Beitrag Amazon Retourenquote senken.
Hier liegt für die meisten Marken der größte Hebel. Ein Listing, das spürbar besser konvertiert als der Wettbewerb, gewinnt mit der Zeit oft organisch Plätze, ohne dass ein einziges Keyword geändert wurde.
Die Amazon Rankingfaktoren in drei Ebenen: Relevanz, Performance und Angebot, ergänzt durch PPC, externen Traffic sowie COSMO und Rufus

Amazon Ranking beeinflussen: PPC, externer Traffic und Verfügbarkeit

Neben Listing und Performance gibt es Stellschrauben, mit denen Du das Amazon Ranking beeinflussen kannst, ohne am Produkt selbst etwas zu ändern:
  • PPC-Werbung: Sponsored Products machen ein Produkt gezielt für Suchbegriffe sichtbar. Die daraus entstehenden Verkäufe stärken die Performance-Signale, besonders bei neuen Produkten. Der Effekt hält aber nur, wenn das Listing überzeugt. Mehr dazu im Amazon PPC Guide für Hersteller.
  • Externer Traffic: Besucher aus Social Media, Newsletter oder Google, die auf Amazon kaufen, sind zusätzliche Nachfrage. Mit Amazon Attribution misst Du diesen Traffic, der Markenempfehlungsbonus vergütet ihn für Marken in der Brand Registry. Ein fester Ranking-Bonus für externen Traffic ist allerdings nicht belegt.
  • Lagerbestand: Ausverkaufte Produkte verlieren Sichtbarkeit. Nach dem Wiederauffüllen dauert es oft eine Weile, bis die alte Position zurück ist.
  • Preis und Buy Box: Ohne Buy Box fehlen Dir die meisten Verkäufe und damit die Signale für den Algorithmus. Mehr dazu unter Amazon Buy Box gewinnen.
Wer das Amazon Ranking beeinflussen will, sollte diese Hebel kombinieren, statt einzeln an ihnen zu drehen. Zehn konkrete Maßnahmen Schritt für Schritt findest Du in unserem Beitrag Amazon Ranking verbessern.

COSMO und Rufus: Wie KI die Amazon-Suche erweitert

Die größte Veränderung der letzten Jahre kommt aus der KI-Forschung. 2024 hat Amazon COSMO vorgestellt, ein System, das mit großen Sprachmodellen Alltagswissen über Produkte gewinnt: wofür sie gebraucht werden, von wem und in welcher Situation. So kann die Suche zum Beispiel erkennen, dass rutschfeste Schuhe für Schwangere relevant sind, auch wenn das Wort „Schwangerschaft“ nirgends im Listing steht.
Dazu kommt Amazon Rufus, der KI-Shopping-Assistent, der Kundenfragen auf Basis von Listing, Bewertungen und Kundenfragen beantwortet. Für Marken heißt das: Neben Keywords zählen klare Aussagen zu Anwendung, Zielgruppe und gelöstem Problem. Ein Listing, das diese Fragen beantwortet, ist für die klassische Suche und für KI-Assistenten gleichermaßen gut aufgestellt.

Fünf Mythen über den A10-Algorithmus

Rund um den Algorithmus kursieren viele Behauptungen. Diese fünf hören wir am häufigsten:
  1. „A10 hat A9 offiziell ersetzt.“ Es gibt keine Ankündigung von Amazon. A10 ist ein Szenebegriff.
  2. „PPC zählt nicht für das Ranking.“ Werbung bringt Verkäufe, und Verkäufe sind ein Signal. Ein schwaches Listing ersetzt sie aber nicht.
  3. „Externer Traffic bringt Bonuspunkte.“ Ein fester Multiplikator ist nicht belegt. Wirksam ist externer Traffic, wenn er zu Käufen führt.
  4. „FBA garantiert ein besseres Ranking.“ FBA verbessert Lieferzeit und Prime-Badge und damit oft die Conversion. Ein direkter Ranking-Bonus ist nicht dokumentiert.
  5. „Mehr Keywords bringen mehr Sichtbarkeit.“ Keyword-Stuffing schadet Lesbarkeit und Conversion. Relevanz schlägt Masse.
Als Faustregel gilt: Alles, was Kunden hilft, das richtige Produkt schneller zu finden und zufrieden zu kaufen, hilft auch Deinem Ranking.

Das Soulutions Experten Fazit

Der Amazon Algorithmus A10 ist kein einzelnes Update, sondern die Summe vieler Anpassungen mit einem klaren Ziel: Kunden sollen das Produkt finden, das sie kaufen und behalten. Unsere Empfehlung: Sorge zuerst für saubere Relevanz in Titel, Bullet Points und Backend, arbeite dann an Klickrate und Conversion und sichere Lagerbestand und Buy Box ab. Werbung und externer Traffic verstärken, was bereits funktioniert. Als Full‒Service‒Amazon‒Agentur begleitet Soulutions Marken dabei, alle drei Ebenen gleichzeitig zu optimieren. Wie wir als Amazon SEO Agentur arbeiten, zeigt unsere Leistungsseite.
Jan Radoch, CEO und Founder von Soulutions
Autor

Jan Radoch

CEO & Founder, Soulutions

Seit 2009 arbeitet Jan auf Amazon: erst als Seller, dann in leitender E-Commerce-Funktion bei Herstellern, heute als Gründer einer Full-Service-Agentur. Jede Station hatte dasselbe Ziel: Erfahrung so einzusetzen, dass Marken auf Amazon nachhaltig wachsen. Mit seinem Team hat er bereits über 50 Marken erfolgreich skaliert, und jede davon profitiert von dem, was er in mehr als 15 Jahren auf allen Seiten des Marktplatzes gelernt hat.

seit 2009Amazon Erfahrung
50+skalierte Marken
100+betreute Accounts

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