Zum Inhalt springen
6 min

Neuigkeiten für Amazon Verkäufer im September 2026: Was Marken jetzt wissen müssen

Amazon hat im September-Newsletter für Verkaufspartner vier Neuerungen angekündigt, die Markenhersteller direkt betreffen: strengere Prime-Kriterien in Deutschland, den Start von Lagerhaltung und Vertrieb von Amazon (AWD) in Europa, Bonuspunkte für guten Kundenservice in der Bewertung der Verkäuferleistung und exklusive Angebote für Amazon Business-Kunden. Einige Änderungen gelten bereits, andere eröffnen neue Chancen für das vierte Quartal. Wir fassen für Dich als Amazon Verkäufer zusammen, was sich ändert, wer betroffen ist und was Du jetzt tun solltest.
Amazon Neuigkeiten für Verkäufer im September 2026: Prime-Kriterien, AWD, Kundenservice und Business-Angebote

Die vier Neuerungen im Überblick

  • Prime-Kriterien Deutschland (seit 7. September): Höhere Anteile an Lieferungen in einem und zwei Tagen.
  • AWD in Europa (seit 20. August): Langzeitlagerung großer Mengen mit automatischer Nachfüllung der FBA-Lager.
  • Kundenservice-Punkte (seit September): Bis zu 12 zusätzliche Punkte in der Bewertung der Verkäuferleistung für FBM-Händler.
  • Amazon Business-Angebote (seit 31. August): Zeitlich begrenzte Deals, die nur Geschäftskunden sehen.
Übersicht der vier Amazon-Neuerungen im September 2026 mit Startdatum, betroffenen Verkäufern und nächsten Schritten

1. Neue Prime-Kriterien: Amazon Prime Versand in Deutschland wird schneller

Seit dem 7. September 2026 gelten in Deutschland strengere Prime-Berechtigungskriterien. Sie betreffen Angebote mit Versand durch Amazon (FBA), Versand durch Verkäufer (Prime durch Verkäufer) und Amazon Retail gleichermaßen. Eine Übergangsfrist gibt es nicht. Für Standard- und Niedrigpreisprodukte gelten beim Amazon Prime Versand nun diese Zielwerte:
  • Lieferung in höchstens 1 Tag: 15 Prozent der Bestellungen (bisher 10 Prozent)
  • Lieferung in höchstens 2 Tagen: 50 Prozent der Bestellungen (bisher 45 Prozent)
  • Lieferung in höchstens 4 Tagen: 80 Prozent der Bestellungen (unverändert)
Gemessen wird laut Berichten nicht die tatsächliche Zustellung, sondern das Lieferversprechen, das auf der Produktdetailseite angezeigt wird. Die Bewertung erfolgt wöchentlich und getrennt nach Produktkategorie. Als Niedrigpreisprodukt gilt ein Artikel mit einem durchschnittlichen Angebotspreis von höchstens 11 Euro inklusive Umsatzsteuer in den letzten 30 Tagen. Was Du jetzt tun solltest: Prüfe im Seller Central, wie sich Deine Lieferversprechen pro Kategorie entwickeln. Wer Prime durch Verkäufer nutzt, sollte Bearbeitungszeiten, Versandschluss und Versandvorlagen für den Amazon Prime Versand überprüfen. FBA-Händler haben weniger direkten Einfluss, profitieren aber von gut verteilten Beständen und rechtzeitigen Einlagerungen vor den Prime Deal Days und der Black Friday Woche.

2. Lagerhaltung und Vertrieb von Amazon (AWD) jetzt in Europa

Seit dem 20. August 2026 ist AWD in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und im Vereinigten Königreich verfügbar. In den USA gibt es den Service bereits seit 2022. AWD ist Amazons Lösung für die Langzeitlagerung großer Warenmengen in Amazon-Verteilzentren. So funktioniert AWD:
  • Großmengen einlagern: Du schickst Ware palettenweise oder in großen Kartonmengen in ein AWD-Verteilzentrum, zu Pauschalpreisen für die Lagerung.
  • Automatische Nachfüllung: Amazon füllt Deine FBA-Logistikzentren automatisch und bedarfsgerecht nach. Das senkt das Risiko von Out-of-Stocks und entlastet Dich bei FBA-Kapazitätslimits.
  • Zusätzliche Gebühren: Neben der Lagerung fallen Gebühren für Bearbeitung und Transport in die FBA-Lager an.
  • Vorbereitung: Ware muss FBA-konform vorbereitet und etikettiert sein, Kartons benötigen eindeutige SSCC-Etiketten.
Wichtiger Unterschied zu den USA: Die Belieferung anderer Vertriebskanäle außerhalb von Amazon ist in Europa zum Start nicht vorgesehen. Wer auch den eigenen Shop oder andere Marktplätze beliefert, braucht dafür weiterhin einen eigenen Logistikpartner. Für wen lohnt sich AWD? Vor allem für Marken mit hohem Absatz, langen Lieferzeiten aus Übersee oder starken saisonalen Spitzen. Rechne vorab durch, ob die AWD-Lagerung plus Nachfüllgebühren günstiger ist als Dein aktueller Zwischenlager-Dienstleister. Mehr zu Amazons Logistik für große Artikel findest Du hier: Neues Amazon Logistikzentrum für große Artikel.

3. Amazon FBM: Guter Kundenservice bringt jetzt Punkte in der Verkäuferleistung

In die Bewertung der Verkäuferleistung fließt ab sofort auch guter Kundenservice ein. Das gilt für Amazon FBM, also Bestellungen mit Versand durch Verkäufer, bei denen Du den Kundenservice selbst übernimmst. Für FBA-Bestellungen übernimmt Amazon den Kundenservice, dort greift die Neuerung nicht. Du kannst bis zu 12 zusätzliche Punkte erhalten, abhängig von drei Qualitätskennzahlen. Laut Berichten sind das:
  • Kontaktrate: Wie oft Käufer Dich wegen Problemen mit Qualität, Versand oder Lieferung kontaktieren.
  • Antwortzeit: Wie schnell Du auf Käufernachrichten reagierst, Zielwert unter 12 Stunden.
  • Unzufriedenheitsrate: Wie viele Käufer Deinen Service in der Umfrage mit 1 oder 2 Sternen bewerten.
Die Punkte wirken nur positiv: Schwache Werte kosten Dich keine Punkte, gute Werte bringen einen Puffer. Genau dieser Puffer kann entscheidend sein, wenn andere Kennzahlen kurzzeitig unter Druck geraten. Wie Du Deinen Account insgesamt stabil hältst, erklären wir hier: Amazon Account Health für Marken.

4. Amazon B2B: Exklusive Angebote für Business-Kunden

Seit dem 31. August 2026 kannst Du über Amazon Business-Angebote exklusive, zeitlich begrenzte Deals nur für Geschäftskunden erstellen. Privatkunden sehen diese Angebote nicht. Damit wird Amazon B2B für Marken noch attraktiver. Neben Deutschland ist die Funktion unter anderem in Frankreich, Italien, Spanien und im Vereinigten Königreich verfügbar. Die wichtigsten Eckdaten laut bisherigen Berichten:
  • Rabattform: Festpreis oder prozentualer Nachlass, mindestens 10 Prozent, bei großen Events wie der Black Friday Woche mindestens 15 Prozent.
  • Laufzeit: Zwischen einer Stunde und 30 Tagen.
  • Voraussetzungen: Ein hinterlegter Business-Preis, mindestens 3,5 Sterne und Neuware.
  • Einrichtung: Über das Tool für Preisnachlässe im Seller Central mit der Zielgruppe Geschäftskunden.
Für Marken mit Amazon B2B-Potenzial, etwa Büro-, Werkstatt-, Gastro- oder Praxisbedarf, ist das ein neuer Hebel für Neukunden und größere Bestellmengen. Hinterlege zuerst Business-Preise und Mengenrabatte, bevor Du Deals planst. Wie Du Aktionen für das Weihnachtsgeschäft rechtzeitig einreichst, liest Du hier: Amazon Black Friday Woche 2026: Aktionen früh einreichen.

Häufige Fragen zu den Amazon Neuigkeiten im September 2026

Verliere ich mein Prime-Badge sofort, wenn ich die neuen Werte nicht erreiche? Amazon bewertet die Lieferversprechen wöchentlich pro Kategorie. Wer die Werte dauerhaft verfehlt, riskiert die Prime-Berechtigung. Prüfe Deine Werte deshalb jetzt und nicht erst nach einer Warnung.
Ersetzt AWD das normale FBA-Lager? Nein. AWD ist ein vorgelagertes Großmengenlager. Verkauft und versendet wird weiterhin aus den FBA-Logistikzentren, die AWD automatisch nachfüllt.
Bekomme ich die Kundenservice-Punkte auch mit FBA? Nein. Die Punkte gibt es nur bei Amazon FBM, also für Bestellungen, bei denen Du den Kundenservice selbst übernimmst.
Brauche ich für Business-Angebote ein eigenes Konto? Nein, Du erstellst sie im Seller Central. Voraussetzung ist, dass für das Produkt ein Business-Preis hinterlegt ist.

Das Soulutions Experten Fazit:

Für Amazon Verkäufer bringt der September zwei Pflichtthemen und zwei Chancen. Die neuen Prime-Kriterien und die Kundenservice-Kennzahlen entscheiden über Sichtbarkeit und Account-Stabilität. AWD und Business-Angebote sind Werkzeuge, mit denen Du Lieferfähigkeit und B2B-Umsatz im vierten Quartal gezielt ausbauen kannst.
Drei Punkte, die jetzt den Unterschied machen:
  • Lieferversprechen prüfen: Kontrolliere pro Kategorie, ob Du die neuen Prime-Zielwerte erreichst.
  • Logistik durchrechnen: Vergleiche AWD mit Deinem aktuellen Zwischenlager, bevor die Peak-Saison beginnt.
  • B2B aktivieren: Hinterlege Business-Preise, damit Du exklusive Angebote für Geschäftskunden nutzen kannst.
Du möchtest wissen, welche Neuerungen für Deinen Account konkret relevant sind? Wir prüfen Prime-Status, Logistik und B2B-Potenzial und setzen die nötigen Schritte direkt im Seller Central für Dich um.
Jan Radoch, CEO und Founder von Soulutions
Autor

Jan Radoch

CEO & Founder, Soulutions

Jan arbeitet seit 2009 auf Amazon – zuerst als Seller, heute als Kopf einer Full-Service-Agentur. Er verfolgt Richtlinien-Änderungen, Logistik-Programme und Seller-Central-Neuerungen aus der täglichen Account-Betreuung. Mit seinem Team hat er über 50 Marken auf Amazon skaliert.

seit 2009Amazon Erfahrung
50+skalierte Marken
100+betreute Accounts

Unsere Neuesten Artikel

Hier findest Du die Themen, die Markenhersteller aktuell am meisten bewegen – von PPC über Listing-Optimierung bis Account Health. Ein guter Startpunkt, wenn Du direkt in die relevantesten Inhalte einsteigen willst.