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Paketsteuer Österreich: 2 Euro pro B2C-Paket ab 1. Oktober 2026 – was Amazon-Seller wissen müssen
Ab dem 1. Oktober 2026 gilt die neue Paketsteuer Österreich: Für jede Bestellung, die an Privatkunden in Österreich geliefert wird, fällt eine Pauschalsteuer von 2 Euro an. Grundlage ist das österreichische Paketsteuergesetz (PakStG).
Amazon hat Verkaufspartner Mitte September informiert: Die Steuer gilt für Bestellungen mit Versand durch Amazon (FBA) und Versand durch Verkäufer (FBM) über die Stores in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und dem Vereinigten Königreich. Amazon zahlt die Steuer direkt an die österreichische Finanzbehörde. Wir erklären, was das für Dich als Marke bedeutet und worauf Du trotzdem achten solltest.
Was ist die Paketsteuer?
Die Paketsteuer ist eine neue Abgabe in Österreich auf Paketzustellungen aus dem Versandhandel. Besteuert wird die Lieferung eines Pakets an einen privaten Empfänger in Österreich, wenn der Kauf im Fernabsatz, also online, zustande gekommen ist. Wo die Ware beim Kauf lagert, spielt keine Rolle.
Der Steuersatz beträgt pauschal 2 Euro pro Paket. Alternativ kann der Versandhändler die Paketsteuer auch pro Bestellung berechnen. Maßgeblich ist der Zeitpunkt der Zahlung: Die Steuer gilt für alle Bestellungen, deren Zahlung nach dem 30. September 2026 angenommen wird.
Wer zahlt die Steuer, Du oder Amazon?
Steuerpflichtig sind nur große Versandhändler mit mehr als 100 Millionen Euro Versandhandelsumsatz in Österreich im Vorjahr. Für Marktplätze gilt zusätzlich eine Plattformfiktion: Verkauft ein Händler über einen Online-Marktplatz, wird der Plattformbetreiber zum Steuerschuldner.
Für Amazon-Seller heißt das konkret:
- Kein Handlungsbedarf: Amazon führt die 2 Euro pro B2C-Bestellung selbst an die österreichische Finanzbehörde ab.
- FBA und FBM: Die Regel gilt für beide Versandarten, solange die Bestellung über einen Amazon-Store läuft.
- Keine eigene Anmeldung: Du musst für Deine Amazon-Verkäufe keine Paketsteuer-Erklärung in FinanzOnline abgeben.
Weitere Details kündigt Amazon nach Inkrafttreten des Gesetzes in der Seller-Central-Hilfe an. Behalte deshalb Gebühren- und Richtlinienmitteilungen im Blick. Ob und wie sich die neue Steuer mittelfristig auf Konditionen auswirkt, hat Amazon bisher nicht kommuniziert.
Versand nach Österreich: Welche Bestellungen betroffen sind
Betroffen ist jeder B2C-Versand nach Österreich aus dem Onlinehandel, unabhängig davon, ob die Ware aus einem deutschen FBA-Lager, einem anderen EU-Land oder dem Vereinigten Königreich kommt. Gerade für Marken mit paneuropäischem FBA oder Remote Fulfillment ist Österreich oft ein Markt, der nebenbei mitläuft.
Nicht unter die Paketsteuer fallen laut Finanzministerium:
- Click & Collect: Der Kunde holt die Ware selbst im Geschäft ab.
- Kauf im Laden: Der Kauf wird vor Ort abgeschlossen, auch wenn später geliefert wird.
- Ersatzlieferungen: Lieferungen im Rahmen der Gewährleistung.
Amazon B2B: Geschäftskunden sind von der Steuer befreit
Die Paketsteuer betrifft nur Privatkunden. B2B-Bestellungen von Geschäftskunden mit gültiger österreichischer oder EU-Umsatzsteuer-Identifikationsnummer sind befreit, das gilt ausdrücklich auch für Amazon Business-Kunden. Für Marken mit Amazon B2B-Sortiment ist das ein Argument, Geschäftskunden in Österreich gezielt anzusprechen.
So nutzt Du den Vorteil: Hinterlege Business-Preise und Mengenrabatte für Deine relevanten ASINs und prüfe, ob sich exklusive Business-Angebote lohnen. Wie Amazon B2B-Deals funktionieren und welche weiteren Neuerungen es gibt, fassen wir regelmäßig in unseren Amazon Updates zusammen.
Eigener Onlineshop: Was außerhalb von Amazon gilt
Verkaufst Du zusätzlich über einen eigenen Shop nach Österreich, bist Du nur selbst steuerpflichtig, wenn Dein Versandhandelsumsatz in Österreich im Vorjahr über 100 Millionen Euro lag. Für die allermeisten Marken ist das nicht der Fall. Wer darüber liegt, muss die Steuer selbst berechnen, quartalsweise über FinanzOnline melden und umfangreiche Aufzeichnungen führen. Unternehmen außerhalb der EU brauchen dafür einen Fiskalvertreter in Österreich.
Die Paketsteuer ist unabhängig von Umsatzsteuer und Herstellerverantwortung zu betrachten. Welche Pflichten beim Verkauf in mehreren EU-Ländern zusätzlich anfallen, zeigen wir hier: Compliance in ganz Europa verwalten.
Was Du jetzt tun solltest
- Österreich-Anteil prüfen: Wie viele Deiner Amazon-Bestellungen gehen an Privatkunden in Österreich?
- Mitteilungen verfolgen: Achte auf Hinweise in Seller Central zu Gebühren oder Abrechnung nach dem 1. Oktober.
- B2B-Kunden stärken: Business-Preise hinterlegen und Geschäftskunden gezielt ansprechen.
- Retouren senken: Jede Retoure verursacht Kosten, die Steuer bleibt trotzdem bestehen.
- Eigenen Shop prüfen: Umsatzgrenze von 100 Millionen Euro in Österreich im Blick behalten.
Häufige Fragen
Ab wann gilt die Steuer?
Für alle Bestellungen, deren Zahlung ab dem 1. Oktober 2026 angenommen wird.
Muss ich als Amazon-Seller etwas tun?
Nein. Amazon ist über die Plattformfiktion Steuerschuldner und zahlt die 2 Euro pro B2C-Bestellung selbst.
Gilt die Steuer auch für FBM-Bestellungen?
Ja. Amazon behandelt FBA- und FBM-Bestellungen über seine Stores gleich.
Sind Bestellungen von Firmenkunden betroffen?
Nein. Geschäftskunden mit gültiger österreichischer oder EU-USt-IdNr. sind befreit.
Was passiert bei Retouren?
Die Steuer entfällt durch eine Rücksendung nicht.
Das Soulutions Experten Fazit:
Die Paketsteuer Österreich klingt nach zusätzlichem Aufwand, für Amazon-Seller bleibt der direkte Aufwand aber gering: Amazon übernimmt Berechnung, Meldung und Zahlung. Entscheidend ist, die indirekten Effekte im Blick zu behalten.
Drei Punkte, die jetzt den Unterschied machen:
- Transparenz: Kenne Deinen Anteil an Privatkunden-Bestellungen in Österreich.
- B2B nutzen: Geschäftskunden sind befreit, Business-Preise lohnen sich doppelt.
- Retouren reduzieren: Weniger Rücksendungen schützen Deine Marge.
Dieser Beitrag ist eine praxisorientierte Einordnung und keine Steuerberatung. Du möchtest wissen, wie sich die Änderung auf Deinen Account auswirkt? Wir analysieren Deine Österreich-Verkäufe, optimieren Dein B2B-Setup und behalten neue Amazon-Richtlinien für Dich im Blick.
Autor
Jan Radoch
CEO & Founder, Soulutions
Jan arbeitet seit 2009 auf Amazon – zuerst als Seller, heute als Kopf einer Full-Service-Agentur. Er verfolgt Richtlinien-Änderungen, Steuer- und Compliance-Themen sowie Seller-Central-Neuerungen aus der täglichen Account-Betreuung. Mit seinem Team hat er über 50 Marken auf Amazon skaliert.
seit 2009Amazon Erfahrung
50+skalierte Marken
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